Through the looking glass
Ich ließ mich bei meinem Werk „Through the looking glass“ von Lewis Carrolls Fortsetzung von „Alice im Wunderland“ inspirieren. Im ersten Kapitel steht Alice mit ihrer Katze vor einem großen Wandspiegel und sagt:
I'll tell you all my ideas about Looking-glass House. First, there's the room you can see through the glass—that's just the same as our drawing room, only the things go the other way. (...)Well then, the books are something like our books, only the words go the wrong way; I know that, because I've held up one of our books to the glass, and then they hold up one in the other room. How would you like to live in Looking-glass House, Kitty?
Es gelingt ihr schliesslich, durch den Spiegel zu gehen und sie findet dort eine Welt, die nicht nur spiegelverkehrt zu der unseren ist, sondern ihren eigenen, absurden Gesetzen gehorcht.
In Bezug auf „Through the looking glass“ gibt die Sologeige alle wichtigen Impulse in Form von Pizzicati unterschiedlichster Art ins Tutti, welches zunächst passiv bleibt und das reine Spiegelbild darstellt.
Ab Takt 62 durchquert die Solovioline den Spiegel des Orchesters und befindet sich nun in der Parallelwelt der beiden Alice-Romane. In der folgenden Folge habe ich einfach meine Lieblings-Episoden aus beiden Büchern aneinandergereiht. Die Reihenfolge entspricht nicht unbedingt dem Original, ergibt aber einen dramatischen Bogen voller überraschender, paradoxer Klangbilder, die hoffentlich ein wenig von der unverwechselbaren Stimmung aus Lewis Carrolls absurdem Universum einfangen.
The mirror (Anfang)
Through the looking glass (T. 41)
On the other side.- Clocks and Chess (T. 62)
Running with the Red Queen (T. 100)
Looking-Glass Insects (T. 119)
Iweedledum and Tweedledee (T. 150)
Through the rabbit hole (T. 185)
The Pool of tears (T. 223)
Jabberwocky (T. 256)
Queen Alice - The banquet (T. 282)
Shaking (T. 300)
Which dreamed it? (T. 308)
UA Martinkirche Basel, 23. Okt. 2015
Renaud Capuçon, Violine, Kammerorchester Basel,
Ltg. Stefan Wirth